Pfeffersport – Handball

Herren II: Zusammenfassung einer erschreckenden Rückrunde

Quo vadis „Rote Zwote“?

Gottes Wege sind unergründlich, heißt es gemeinhin bzw. steht es sogar geschrieben (Römer 11, 33). Ist die „Rote Zwote“ also Gott (die Frage möge bitte nicht blasphemisch verstanden werden, zumal „Gott“ nicht zwingend Singularität meinen muss) oder will sie unserem Herrn nur so getreu als möglich nacheifern? Letzteres eher nicht (wenn man an die Gespräche in der Kabine denkt), ersteres hoffentlich oder besser nicht, denn es wäre ein guter Grund, vom Glauben abzufallen. Was die Danniboys in den letzten Spielen veranstaltet (oder eher nicht veranstaltet) haben, ist nicht nur nicht schön anzusehen gewesen, sondern vor allem nicht zu erklären (=unergründlich; kleiner Wink mit dem Zaunpfahl), und zwar weder mit Verletzungspech und dünner (einige Spötter behaupten überalterter) Personaldecke noch mit unglücklichen Schiedsrichterentscheidungen oder Gegnern, die sich im Spiel gegen Pfeffersports 2. Männer gleich mit mehreren Spielern aus höheren Ligen verstärkt hatten.

Stand man vor dem letzten Spiel der Hinrunde dank weitgehend starker Leistungen noch auf einem soliden 5. Platz (mit Blick auf sogar noch höhere „Weihen“), setzte die Mannschaft mit dem Spiel gegen die HSG Kreuzberg III zu einer Talfahrt an, die jeder Achter- oder Loopingbahnbetreiber gerne im Programm hätte. Selbst gegen Gegner, die in der Hinrunde noch souverän (Narva IV, OSF IV) oder glücklich (SCC II) geschlagen wurden, setze es zum Teil deutliche Niederlagen. Vorläufiger Tiefstpunkt war sicherlich das 13:14 (!!!) gegen OSF am vergangenen Sonntag. 0:12 Punkte aus den letzten sechs Spielen führten dazu, dass Mr. Abstiegskampf dem (arg aus dem Rhythmus gekommenen) weißen Ballett jüngst ein fröhliches „Welcome back“ entgegen schmetterte. Zwei mickrige Punkte trennen die „Rote Zwote“ noch von den Abstiegsplätzen.

Die zu Saisonbeginn aufgestellten (vereinzelt schon damals als etwas kühn empfundenen) Thesen, dass Spiele gewonnen werden, wenn auf (kritische) Berichterstattung verzichtet wird und/oder vor Spielbeginn – mit ihrem Design das Augenlicht gefährdende – „Siegerunterhosen“ auf dem Catwalk in der Kabine zur Schau gestellt werden, sollten damit gründlich und restlos widerlegt sein. Ohne Abwehrarbeit und Torewerfen geht es nicht.

Es ist Unsinn sagt die Vernunft, es ist, was es ist, sagt die Liebe bei Erich Fried (ob das auf die „Rote Zwote gemünzt war, ist zugegebenermaßen noch nicht abschließend erforscht). Was die Trainerin sagt, will ich lieber gar nicht wissen, aber die Truppe ist, wie sie ist: offenbar einfach nur geil auf Abstiegskampf (frei nach dem Motto. „Gibt es keinen, schaffen wir einen“), ganz egal wer das sagt und ob das Unsinn oder vernünftig ist oder aus (einer äußerst bemerkenswerten Form von) Liebe geschieht.

In den restlichen Partien, vor allem den nächsten beiden gegen die Aufstiegsaspiranten Blau Weiß und Ajax kann die Mannschaft jedenfalls zeigen, ob sie tatsächlich nur eine masochistische, trainerinverachtende Freude am Abstiegskampf wenigstens auf Bezirksliganiveau verspürt oder ob sie eine – wohlmöglich unterbewusste – Sehnsucht nach der Kreisliga quält. Im letzteren Fall sollte das Management erwägen, den Physio- gegen einen Psychotherapeuten auszutauschen (auch wenn diese Maßnahme dann etwas zu spät kommen dürfte).

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