Pfeffersport – Handball

Männer II – 21.02.16 SG Rotation IV : SV Pfefferwerk II 26 : 22 (17 : 8)

Späte Aufholjagd ohne Happy End

SG Rotation Prenzlauer Berg IV : SV Pfefferwerk II 26:22

Es war in letzter Zeit medial etwas stiller geworden um die 2. Männer, aber das Spitzenspiel der Kreisliga A am vergangenen Sonntag ist ein guter Grund, die Berichterstattung wieder aufzunehmen (vor allem für alle diejenigen, die keine Karte ergattern und demgemäß nicht live dabei sein konnten).

Vom HVB scheinbar als Hochsicherheitsspiel eingestuft, war die Partie zwischen den Lokalrivalen Rotation IV (Tabellenerster, 20:2 Punkte) und SV Pfefferwerk II (Tabellendritter, 18:4 Punkte) – schwuppdiwupp – vom Prenzlauer Berg nach Französisch Buchholz verlegt worden. Aber allen Befürchtungen zum Trotz verlief die Anreise der Mannschaften und Fans friedlich, Krawalle jeglicher Art blieben vor, während und nach dem Spiel aus und Pyrotechnik wurde ausschließlich zum Anzünden von Zigaretten eingesetzt (vor der Halle, versteht sich).

Nur der Hallenwart war wohl nicht rechtzeitig von der Ansetzung unterrichtet worden. Dieser ließ etwas auf sich und damit Spieler, Trainer und Fans zunächst im Regen warten. Und als die Halle endlich offen war, fehlten die Tore. Aber anders als 1998 beim „Torfall von Madrid“, als es über eine geschlagene Stunde dauerte, ein Tor aufzutreiben, brauchte es diesmal nur wenige Minuten bis zwei wettkampfgerechte Gehäuse standen (ist eben Handball und kein Fußball, aber vielleicht ist man im 21. Jahrhundert auch einfach nur fixer als vor der Jahrtausendwende).

Die Danniboys hatten sich viel vorgenommen, mussten sie doch unbedingt gewinnen, um noch aus eigener Kraft den angepeilten Wiederaufstieg schaffen zu können, und erwischten tatsächlich einen Auftakt nach Maß: Gleich im ersten Angriff spitzte Matze listig in einen Pass des Gegners und verwandelte den Tempogegenstoß sicher zum 0:1. Batman erhöhte kurz darauf mit feinem Schlagwurf zum 0:2, aber die erste Halbzeit sollte fortan leider unter keinem guten Stern mehr stehen. Nach wenigen Minuten zog sich der Autor eine Zerrung zu (obwohl ich mich vorbildlich aufgewärmt hatte, ich schwöre) und kurze Zeit später kam Batman nach einem Sprungwurf unglücklich auf und verdrehte sich das Knie (während ich wenigstens in Halbzeit zwei dank unserer Physiotherapeutin Anica weitermachen konnte, war die Partie für Batman zu Ende, nochmals gute und ganz schnelle Besserung an dieser Stelle). Da Steffen und Martin erst gar nicht mitgereist waren und Kiki krankheitsbedingt nicht im Vollbesitz seiner Kräfte war, stand die Trainerin plötzlich für den Rest der ersten Hälfte quasi ohne ihren etatmäßigen Rückraum da.

Während die spielstarken Gastgeber also relativ zügig den Anschluss zum 2:3 herstellten und in der Folge die Führung übernahmen, verloren die Pfefferwerker nicht nur Personal, sondern zusehends auch den Faden. Kein Druck und keine Ideen im Angriff, überhastete Abschlüsse, reihenweise verdaddelte Bälle, mit denen der Gegner zum Tempogegenstoß eingeladen wurde und – allen Bemühungen Marcels zum Trotz – höchstens halbherzige Abwehrarbeit. Pausenstand 17:8 für Rotation. Nur unseren gut aufgelegten Torhütern Karli und Michel war es zu verdanken, dass der Rückstand nach 30 Minuten nicht noch höher ausfiel.

In Halbzeit zwei, Dannis Kabinenansprache hatte gesessen und klingelte allen in den Ohren, präsentierte sich die „rote Zwote“ indes wie verwandelt. Begünstigt sicherlich auch dadurch, dass Rotation angesichts des komfortablen Vorsprungs einen Gang zurückgeschaltet hatte, aber vor allem dank der phänomenalen Leistung von Michel, der auch weiterhin beste Wurfchancen reihenweise zunichtemachte, dem jetzt unverkennbaren Willen, unbedingt zum Torerfolg zu kommen, auch wenn es wehtut, und der frenetischen Anfeuerung durch die Fans (vielen, vielen Dank für die tolle Stimmung) starteten die Pfefferwerker mit dem Wiederanpfiff eine formidable Aufholjagd. Im Angriff wurde druckvoll gespielt, Lücken in der gegnerischen Abwehr gerissen, weil sich jetzt endlich auch ohne Ball bewegt und konsequent das Eins gegen Eins gesucht wurde. Ganz stark war dabei die linke Seite mit Kiki und dem zum Linksaußen umfunktionierten Matze, aber auch Marcel setzte sich sehenswert am Kreis durch. Ihren Höhepunkt hatte die zweite Hälfte in dem rückwärtsdrehend eingesprungenen Kempa von Ole, der auch eine Eiskunstlaufjury in Verzückung versetzt hätte. Leider parierte der gegnerische Torwart glänzend, sonst hätten wir das Tor des Jahres gesehen.

In der Abwehr wurde ballseitig verschoben, konsequent auf den ballführenden Spieler herausgetreten und dahinter verdichtet (ein Hauch von Dreiecken lag bisweilen in der Luft), was immer wieder zu Ballgewinnen führte, die in erste und zweite Wellen umgemünzt wurden. Pfefferwerks Spiel hatte deutlich an Klasse und Tempo gewonnen und der Vorsprung der Hausherren schmolz bis auf drei Tore dahin, 20:17 oder 22:19. In dieser Sturm und Drang-Phase handelten wir uns jedoch – bei eigenem Angriff – eine völlig unnötige Zeitstrafe ein, die uns kurzfristig eine doppelte Unterzahl bescherte und damit den Traum von einem möglichen Punktgewinn endgültig platzen ließ. Rotation, bedauerlicherweise viel zu gut, um nicht die Gunst der Stunde zu nutzen, zog wieder auf fünf Tore davon und ließ sich in den letzten Minuten die Butter nicht mehr vom Brot nehmen, Endstand 26:22.

Eine verkorkste erste Halbzeit, eine tolle zweite Halbzeit, es war (vielleicht) mehr drin, allerdings soll damit keineswegs die Leistung des Gegners geschmälert werden, der verdient gewonnen hat und daher den Titel des Prenzelbergmeisters für sich beanspruchen darf. Wir brauchen von nun an Schützenhilfe für das Gelingen unserer Mission.

Karli (TW), Michel (TW), Andre, Batman, Karsten, Kiki, Marcel, Markus, Matze, Mou, Ole, Ricky, Tim

und Danni, Tini und Anica auf der Bank

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