Pfeffersport – Handball

Männer II – 29.11.15 SG Hermsdorf Waidmannslust II : SV Pfefferwerk II 19:26

„Boah ey, wie geil ist das denn?“ (schoss es einem durch den Kopf, als man die Ansetzung las). Gibt es Schöneres als am frühen Sonntagmorgen im fernen Märkischen Viertel in kalter Halle seinen Aufstieg-sambitionen zu frönen und der dortigen Bevölkerung das im Training Gelernte zu präsentieren? Rhe-torische Frage, sollte man meinen, aber die nicht ganz perfekt sitzenden Frisuren und teilweise noch recht zerknitterten Gesichter der Danniboys an besagtem Morgen lassen vermuten, dass es – quelle surprise (um dem Ganzen mal einen internationalen Touch zu geben) – doch gleich mehrere Antworten im Sinne von „Yo, Mann“, „´türlich, Digger“, „Aber sischer dat“ oder so ähnlich zu geben scheint. Das erwartete „Nein, natürlich nicht“ oder „¿Que pregunta?“, wie der Spanier gerne sagt (internationaler Touch, ne), müsste sich indes, wenn auch wohl nicht unter den Top Ten der Antworten, zumindest irgendwo finden lassen, denn außer dem vollständigen Trainerstab nebst Physiotherapeutin hatten sich sage und schreibe 13 Missionsteilnehmer vor der Halle eingefunden.

Es ging – wie die Überschrift erahnen lässt – gegen die SG Hermsdorf–Waidmannslust II, die gemein-sam mit den 2. Männern vergangene Saison abgestiegen war und im Sommer ablösefrei (!) den Tri-kotsponsor des SV Pfefferwerk II verpflichtet hatte, also gegen (im wahrsten Sinne des Wortes) alte Bekannte.

Aus der Vorsaison war man gewarnt, dass die Partie – trotz des aktuellen Tabellenstandes des Gastge-bers – kein Zuckerschlecken werden würde. Entsprechend konzentriert wärmte sich der Kader auf und entsprechend eindringlich machte Trainerin Danni in ihrer Ansprache klar, wie dieses Spiel anzugehen wäre.

Dem Ergebnis nach wurde in den sich anschließenden 60 Minuten tatsächlich den Aufstiegsambitionen gefrönt. Aber zu schreiben bzw. zu behaupten, die II. Männer hätten dabei das im Training Gelernte gezeigt, wäre nicht nur kühn (und würde mir sicher zahlreiche Einzelschichten bescheren), sondern würde die Trainerin wohl verzweifelt das berühmte Handtuch werfen lassen (wobei, ich musste das Training diesmal sausen lassen, vielleicht lag der Schwerpunkt ja gar nicht auf Abwehr oder Angriff, sondern auf „Tarnung“; dann wäre es wahrlich eine perfekte Umsetzung gewesen, denn – wie bereits in der Vorwoche – war auch für das geübte Auge über weite Strecken des Spiels nicht erkennbar, dass eine der beiden Mannschaften um den Aufstieg mitspielt).

Nichts desto trotz hielt die Begegnung durchaus einige Highlights parat: Hätte der – sehr gute – Heim-schiedsrichter eine Sekunde länger mit dem Pfiff gewartet, wäre eines der im HVB so seltenen Ricky-tore notiert worden. Marcel bekam keine Zeitstrafe. A-Jugend-Aushilfe Tim trug sich mit einem schö-nen Hüftwurf in die Torschützenliste ein. Ole zeigte ungeahnte Ringerqualitäten und bekam prompt eine Zeitstrafe. Und gegen Ende der Partie gab es für zwei Minuten (oder länger) ein so wildes „Lasst-uns-den-Ball-durch-die-ganze-Halle-hinundherschmeißen-und-alle-hinterherrennen“ zu bewundern, wie es selbst die erprobten Pfeffis allenfalls an Spitzentagen schaffen.

Auch der Auftakt war nicht schlecht. Anwurf Pfefferwerk, sehr schönes Anspiel von Batman auf Marcel, 1:0, dem fix das 2:0 folgte. Die Gastgeber durften zum 3:3 ausgleichen, aber dann hatte Karli seine Form gefunden, Marcel die Abwehr geordnet und sich nebenbei mit Batman zum Shoot-out verabre-det (beide 6 Buden), was sich auf der Anzeigetafel als 4:9 und 7:12 aus Gastgebersicht ablesen ließ. Es lief zu diesem Zeitpunkt alles wie am Schnürchen, aber die diesjährige „rote Zwote“ hat eine unüber-sehbare Abneigung gegen große Vorsprünge zwischen Minute 15 und 55. Komfortable Führungen wer-den weggeschmissen als wären es ansteckende Krankheiten (aber vielleicht ist das ja auch nur so ein Generationending). Das Angriffsspiel wurde eingestellt (exzellent getarnt als Fehlpässe oder Fangfeh-ler, Würfe neben das Tor oder auf den gegnerischen Torwart, etc.) und in der Abwehr der Gegner eskortiert statt attackiert. Halbzeitstand 13:12 für den Gast.

Und auch zu Beginn von Hälfte Zwei schienen die Pfefferwerker in erster Linie mit der Suche nach Kaffee oder anderen Stimulanzien beschäftigt, während die Hermsdorfer den Anwurf zum Ausgleich nutzten und sich bis zum 18:18 nicht mehr abschütteln ließen. Sebis (Glanz)Paraden war es zu verdan-ken, dass das Spiel in dieser Phase nicht kippte. Vielleicht lag es an den schwindenden Kräften des Gegners, der sich zudem mehr und mehr darauf verlegte, mit sich und dem Schiedsrichter zu hadern, oder daran, dass die richtigen Pillen gefunden wurden, die Abwehr fing plötzlich wieder an, Sebi beim Torevereiteln zu unterstützen, 1. und 2. Welle wurden gelaufen und im Positionsspiel nutzte vor allem Martin (ebenfalls 6 Buden) die sich durch Batmans Manndeckung ergebenden Lücken im Abwehrverbund. Den Hausherren wurde nie die Führung, aber immerhin noch ein Törchen gestattet, die Gäste netzten – unterbrochen von den bereits erwähnten vogelwilden zwei Minuten – noch achtmal ein, Endstand 26:19 für Pfefferwerk.

Fazit: Teuflisches Spiel dank der Tore von Batman, Marcel und Martin (666)

Karli(TW), Sebi(TW), Andre, Batman; Karsten; Marcel, Martin, Matze, Ole, Ricky, Robert, Steffen, Tim

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