Pfeffersport – Handball

Männer II: Pfeffersport II : Blau Weiß II 30:27 (15:13)

Vom Saulus zum Paulus ?

Eine Frage als Überschrift hat sich ja zuletzt ganz gut gemacht, weswegen dieses Stilmittel vorerst beibehalten wird (wenn auch als Metapher). Ansonsten könnte dieser Bericht genauso eingeleitet werden wie der letzte, von wegen unergründlich, unerklärlich usw. aber man fühlt sich natürlich den (hoffentlich zahlenden) Abonnenten verpflichtet und versucht kreativ zu erscheinen. Außerdem geht es vielleicht irgendwann tierisch nach hinten los, wenn man dauernd behauptet, irgendetwas mit Gott zu tun haben (für so was sind schon ganz andere gekreuzigt worden). Deswegen also lieber folgender Beginn:
Si tacuisses, Schreiberling ….. Ja, was dann? Wäre auch das Spiel wieder in die Hose gegangen oder hätte die „Rote Zwote“ ihr Heimspiel am Sonntag noch höher gewonnen? Der jüngste Auftritt der „Roten Zwoten“ gibt nur wenig Antworten und wirft weitere Fragen auf (s.o. und unten), aber zwei Punkte auf der Habenseite sind ein durchaus akzeptabler Preis für die anhaltende Ahnungslosigkeit.

Festgehalten werden kann nach „Spiel 1“, vor dem der Finger schonungslos in die Wunde gelegt und ordentlich Salz reingestreut worden war, folgendes: Die Mannschaft lebt, hat offenkundig Angst vor Kreisliga und Psychotherapeuten, (kritische) Berichterstattung scheint nicht zu schaden und wenn die Abwehr arbeitet, hinter sich zwei famose Torhüter weiß, der Angriff bereits in einer Halbzeit mehr Tore wirft als in 60 Minuten gegen OSF IV und Philipp seine Siegerunterhose erst nach Spielende überstreift (auch auf die Gefahr hin, dass sich bei Zuschauern und Mitspielern die Netzhaut löst), sind in der Liga gegen (fast) jede Mannschaft zwei Punkte drin. Warum nicht immer oder wenigstens häufiger so?
Die Gäste aus Tempelhof kamen und gingen als Tabellenzweiter, mussten aber dennoch beide Punkte im Prenzlberg lassen, womit die Wenigsten gerechnet haben dürften. Bisher hatte Blau Weiß II überhaupt nur drei Spiele verloren. Vielleicht wegen des deutlichen Hinspielergebnisses, vielleicht wegen des Negativlaufs der „Roten Zwoten“, oder vielleicht einfach nur so waren die Tempelhofer nicht mit voller Bank erschienen, was am Ende den Ausschlag gegeben haben dürfte, dass Pfeffersport die Partie für sich entscheiden konnte. Es war ein Spiel auf Augenhöhe und es waren – nicht nur eingedenk der letzten Katastrophenspiele – bemerkens- und sehenswerte 60 Minuten. Pfeffersport ging mit dem ersten Angriff in Führung, nach 10 Minuten stand es 7:4, in Minute 21 hatten die Gäste jedoch zum 10:10 ausgeglichen, aber bis zum Halbzeitpfiff war wieder eine 15:13 Führung rausgespielt. Es wurde umgesetzt, was von Trainerin Danni vor Beginn, während der Auszeiten und in der Pause als Marschroute ausgegeben wurde. Man war von Anfang an hochkonzentriert und blieb es – ein Novum in der Geschichte der „Roten Zwoten“ – bis zum Abpfiff. Kaum technische Fehler, keine „wilden 10 Minuten“ und es sah nach Handball aus (was die Gäste veranstalteten sowieso, aber auch) was Pfeffersport auf die Platte brachte. In der Abwehr wurde rausgetreten, verschoben, sich unterstützt, gelegentlich sogar so etwas wie ein Dreieckchen gebildet und Tim und Michi präsentierten sich dazu in Topform (1 von 6 Siebenmeter verwandelten die Gäste, das sagt wohl alles). Und der Rückraum war torgefährlich wie selten, Philipp und Klaas zogen als gäbe es kein Morgen und machten zusammen sage und schreibe 17 Buden, Tim schweißte wiederholt sehenswert in den Winkel ein und der „verlorene Sohn“ Eric fügte sich mit starker Leistung ins Angriffsspiel als wäre er nie weggewesen. Der Angriff ließ sich auch nicht beirren als der Gegner zu Beginn von Halbzeit 2 auf eine 5:1-Deckung umstellte und es wenige Minuten vor Ende mit einer offensiven Manndeckung versuchte. Selbst als es in der 46. Minute knifflig wurde, Zeitstrafe gegen Pfeffersport und Ausgleich zum 22:22 durch Blau Weiß, behielten die Danniboys die Nerven, konnten die Unterzahl ausgeglichen gestalten und nutzen kurz danach die eigene Überzahl zur erneuten Zwei-Tore-Führung (nicht unbedingt ein Novum, aber extrem selten), die bis kurz vor Schluss sogar auf vier Tore ausgebaut werden konnte. Endstand 30:27. Im Fachjargon spricht man angesichts der Tabellensituation wohl von einem Bigpoint. Chapeau!

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