Pfeffersport – Handball

Männer II: SG FES II : Pfeffersport II 24:32 (13:13)

Anders als die – mittlerweile wohl steckbrieflich gesuchten – torreichen Acht musste die „Rote Zwote“ bereits in aller Frühe zum Showdown in Marzahn antreten und es sei die Frage erlaubt, warum eine Männermannschaft ihre Heimspiele immer sonntagmorgens um 10.00 Uhr austrägt (wirklich wahr, 10 von 11 Heimspielen der SG FES II waren sonntags und für 10.00 Uhr angesetzt). Sind das ganz ausgeschlafene Bürschchen, New Yorker (die, wie ihre Stadt, niemals schlafen), durchweg junge Väter, die nach dem Frühstücksbrei und zwischen zwei Windeln kurz mal zum Zocken in die Halle verschwinden, oder ist es (perfide) Taktik? Spekulieren die selbsternannten Bären darauf, dass sich zu dieser Zeit die Gästespieler noch (oder schon wieder) in irgendwelchen Clubs rumtreiben oder erst kurz zuvor aus selbigen zurückgekehrt sind, Augen geschlossen, Geist und Körper im Dämmerzustand, und der Gegner dadurch leichte Beute ist? Sollte Letzteres zutreffen, ist der Plan diesmal gründlich in die Hose gegangen. Pfeffersport II war zwar nur mit seinem typischen Auswärtskader (ein Torwart, ein Kreis, eine Mitte, zwei Halbe und vier Außen) angereist, noch dazu ohne „Sheriff“, wie es seit kurzem heißt, der war (auf einem Seepferd?) nach Kuba geritten, während die Hausherren mit voller Kapelle aufwarteten. Dennoch lieferten die Danniboys – überraschenderweise – „das geilste Spiel der Saison“ (O-Ton Marcel, der das Amt des Hilfssheriffs und damit das Coaching übernommen hatte) ab.

Beide Mannschaften brauchten die Punkte, um sich ihrer Abstiegssorgen zu entledigen. Es war also angerichtet für einen heißen Tanz mit dem Bären (es gab sogar Musik, allerdings nicht von Ennio Morricone; dafür hätte man wohl mit dem Wolf tanzen müssen).

Sorgen Einzelner, dass es hinten raus konditionell nicht reichen könnte, wurden von Marcel souverän beiseite gewischt: „Teilt Euch die Kräfte ein, geht nicht in jede Lücke mit 100 %“, um dann noch nachzuschieben: „Und lauft bei jeder Gelegenheit Tempos“ (selbst beim Schreiben beschleicht einen immer noch das Gefühl eines zarten Widerspruchs zwischen diesen Worten, aber der (Co-)Trainer muss es ja wissen).

In den ersten 30 Minuten entwickelte sich sodann eine enge, umkämpfte Kiste, bei der sich keine der beiden Mannschaften absetzen konnte. Nach 2:0 für die Hausherren ging es über 5:5 und 7:7 nach wechselnden Führungen mit 13:13 in die Pause. Jeder fühlte, dass trotz deutlich schmalerer Bank durchaus mehr drin wäre, und Martin schlug vor: „Ich halte gleich mal zwei nacheinander, Ihr macht die Dinger weiter rein, dann gehen wir als Sieger vom Platz“.

Gesagt, getan (Handball kann manchmal echt einfach sein). Martin vermieste – wie versprochen – den Gastgebern nach Wiederanpfiff richtig die Laune und nahm (trotz Krankheit) einen Wurf nach dem anderen weg und die Abwehr tat ihr Übriges, während der Angriff (allen voran Philipp, der trotz Manndeckung beherzt 12 (!) Mal einschweißte, und Matze (6), der tatsächlich bis zum Schluss ein Tempo nach dem anderen rannte) wenig liegenließ.

Schon gegen Mitte der ersten Halbzeit hatten die Hausherren begonnen, Philipp kurz zu decken, weswegen auf Order des Coachs aus dem 4:1 heraus vermehrt mit Einläufern gearbeitet wurde. Immer wieder gelang es, auf diese Weise Durcheinander in der gegnerischen Abwehr und Lücken zu erzeugen, die – entgegen allen Gewohnheiten – konsequent (u.a. von Ruben, Basti und Thomas) genutzt wurden. Schnell stand es 13:16, dann 15:19. Beim Stand von 17:20 legte die „Rote Zwote“ einen 5:0 Lauf für einen beruhigenden 8-Tore-Vorsprung hin (17:25, 47.), der in Minute 55 sogar auf 10 Tore ausgebaut (20:30) werden konnte. Der Bär war erlegt (das Fell wurde ihm aber selbstredend belassen), auch wenn er gegen Ende noch etwas Ergebniskosmetik betreiben konnte. Wo die Kraft insbesondere in der – für die Verhältnisse dieser Saison phänomenalen – zweiten Halbzeit herkam, obwohl dem Team nicht einmal eine eigene Auszeit gegönnt wurde, bleibt rätselhaft (gemunkelt wird, dass alle die Furcht getrieben hat, tüchtig blaue Bohnen fressen zu müssen, als sich in der 2. Halbzeit die Halle nach und nach mit sichtlich auf Krawall gebürsteten Revolverhelden zu füllen begann, und jeder schnell nach Hause wollte, zugegeben hat das indes noch keiner).

Martin (TW), Ruben (3), Matze (6), Philipp (12/4), „Malte“ (1), Basti (3), Thomas (3), Karsten (4), Robert

Hilfssheriff: Marcel

Hilfssheriff-Gehilfe: Ole

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